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"Kommunal ist optimal"

Montag 30. Mai 2011 12:30 Uhr
Von: Natalie Volkenrath, Waldeckische Landeszeitung

100 Jahre Stadtkrankenhaus: Besucher erkunden Klinikalltag

"OP - kein Zutritt": Dort, wo im Alltag nur Ärzte agieren, informierten sich gestern mehr als 1000 Besucher über modernste Operationstechniken. Zur Feier des 100-jährigen Bestehens öffnete das Team des Korbacher Stadtkrankenhauses die Türen zu allen Abteilungen.

 

Von Natalie Volkenrath

 

Korbach. Schlüsselloch-Chirurgie, Schockraum, Endoskopie, Herzkatheterlabor, Geriatrie: Medizinische Fachbegriffe lieben die meisten Menschen ebenso wenig wie die damit verbundenen Untersuchungen. Wie interessant und bedeutend die moderne Medizin - vor allem mit Blick auf das zunehmende Lebensalter ist - präsentieren die Krankenhaus-Mitarbeiter am Sonntag eindrucksvoll. Sie nehmen ihre Gäste nicht nur mit in den Operations- oder Kreißsaal, sondern laden sie zu einer Reise durch den Körper ein. In der Geriatrie können Interessierte durch das Anlegen eines Altersanzugs sogar spüren, wie es sich in einem gealterten Körper lebt. "Das Interesse an den OP-Techniken ist enorm", freut sich Klinik-Sprecherin Claudia Schneider über die "unglaublich vielen Besucher". Das Personal habe jedoch auch keinen Aufwand gescheut, dankt sie für das abwechslungsreiche Programm aus Demonstrationen, Führungen, Vorträgen sowie Information und Beratung. Technische Leistungsfähigkeit in sieben Abteilungen, in Pflege und Fachpraxen (wir berichteten) und menschliche Zugewandtheit sind für den medizinischen Leiter Dr. Arved-Winfried Schneider die Rezepte des Erfolgs, denn nur Fortschritt sichere das Überleben. "Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass eine Stadt wie Korbach ein Krankenhaus hat", verweist Geschäftsführer Heinz Gerdes auf den "knallharten Verdrängungswettbewerb." Korbach sei wie das kleine gallische Dorf, in dem Asterix und Obelix zu Hause seien, lächelt Klaus Friedrich, Bürgermeister und Aufsichtsratschef: "Die römische Übermacht ist überall, nur nicht hier." Um das höchste Gut, die Gesundheit, zu wahren, setze die Stadt auf die optimale Versorgung vor Ort. "Kommunal ist optimal", hatte Dekanin Eva Brinke-Kriebel bereits im Rahmen des Festgottesdienstes zusammengefasst, den sie zusammen mit ihrem katholischen Kollegen Dechant Gisbert Wisse gestaltete. "Haben Sie Spaß, denn Spaß bedeutet ein längeres Leben", gibt Schneider den Gästen des Tages der offenen Tür mit auf den Weg durch Stationen, Therapiegarten und Praxen. Beim Rundgang erschließt sich jedem Besucher, wie eifrig sich die rund 530 Mitarbeiter 100 Jahre nach der Gründung der Heilanstalt (wir berichteten) um die Menschen kümmern. Ob Ärzte, Assistenten, Pflegepersonal, Hebammen oder Ergotherapeuten - neben vielerlei Informationen und praktischen Tipps haben alle Fachkräfte ein Lächeln für die Besucher parat. Ein ebensolches zauberten auch die 120 Kindergartenkinder, die sich am Malwettbewerb des Krankenhauses beteiligten, den Juroren auf die Lippen. Gewinner Samuel Diek (Kindergarten Berndorf) traf sogar die Farbe der Schränke im Stadtkrankenhaus genau. Er siegt vor Christin Deprez (Kindertagesstätte Sonnenschein, Korbach) und Lenita Bode (Kiga Battenberg). Alle Kinder freuen sich über Gutscheine und die Berndorfer zudem über 150 Euro Preisgeld. Zum Rahmenprogramm zählen außerdem Modenschauen, Musik und Tanz. Dass die Zukunft des Krankenhauses gesichert ist, zeigen aber nicht nur die am Klinikalltag interessierten Nachwuchsmaler und unzähligen Besucher: Passend zum Jubiläum kam in Korbach das 100. Kind und erste Enkelkind der langjährigen Pflegedienstleiterin Gerlinde Stremme zur Welt.

Bildunterschriften

Kleine Forscher: Ilya (10, links) und Daniel (5) aus Adorf erkunden das Herz-Modell

Richtig reanimieren: Im Aufwachraum geben Intensivmediziner praktische Tipps zur Ersten Hilfe

Willkommen im Krankenhaus (v.l.) Klaus Froedrich, Gisbert Wisse, Jana Möseler, Eva Brinke-Kriebel, Dr. Arved-Winfried Schneider und Heinz Gerdes vor dem Eingang

Zeitreise: Die Korbacher Krankenpflegeschüler repräsentieren die verschiedenen Jahrzehnte der Krankenhausgeschichte - angefangen von der Gründung durch Wilhelmine Charlotte Auguste Rüdiger bis zur Gegenwart

Dr. Renate Rauscher im Herzkatheter-Labor erläutert

 

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