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Blaue Farbe schärft Blick in den Darm

Freitag 30. Dezember 2011 17:24 Uhr
Von: Waldeckische Landeszeitung

Chromokoloskopie hilft bei Erkennung von Polypen - Korbacher Chefarzt an Studie beteiligt

Auf der Höhe der zeit: Modernste technik bei Darmspiegelungen hilft im Korbacher Krankenhasu, die Erkennung von Polypen zu optimieren. Auf dem Bild Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider und die Leitende Endoskopieschwester Gabriele Grebe-Schultheis

Die Koloskopie (Dickdarmspiegelung) hat sich als hervorragendes Verfahren zur Verhütung von Darmkrebs erwiesen. Der Erfolg der Methode beruht darauf, dass die Vorstufen des Krebs, die sogenannten adenomatösen Polypen, im Darm entdeckt und abgetragen werden. Durch die Anwendung der Koloskopie als Vorsorgeverfahren, wie auch bei Patienten mit Darmsymptomen, können in Deutschland pro Jahr mindestens 15.000 Krebserkrankungen verhütet werden. Leider können bei der Koloskopie nicht alle vorhandenen Polypen erkannt werden. So bleiben selbst bei den erfahrensten Untersuchern mehr als 5% der vorhandenen Polypen unentdeckt, wobei insbesondere flachwachsende und kleine Polypen unerkannt bleiben. Durch die Verwendung von farbigem Licht zur Ausleuchtung des Darms, die bereits seit 8 Jahren auch im Stadtkrankenhaus Korbach Anwendung findet, konnte die Entdeckungsrate von Polypen zwar gesteigert werden, dennoch wird seit Jahren nach weiteren Möglichkeiten zur Optimierung der Koloskopie gesucht.

In den endoskopischen Abteilungen des Stadtkrankenhauses Korbach und der Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden wurde unter der Leitung der Chefärzte Dr. Arved-Winfried Schneider und Prof. Dr. Christian Ell unter Einbeziehung von über 1000 Patienten eine Studie durchgeführt, die aktuell in der hochrangigen medizinischen Fachzeitschrift „Gut“ publiziert wurde.

In dieser, in Expertenkreisen weltweit beachteten, Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Zahl der entdeckten Polypen durch das Aufbringen des ungiftigen Farbstoffes Indigokamin auf die Schleimhaut um 19% gesteigert wurde.

Chefarzt Dr. Schneider erklärt den Vorteil der Färbetechnik (Chromokoloskopie) durch die Tatsache, dass sich der Farbstoff in den Konturen  der Polypen sammelt. Hierdurch wird das erkrankte Gewebe vom gesunden sichtbar abgegrenzt. Die Wissenschaftler aus Korbach und Wiesbaden sind überzeugt, dass die von ihnen angewandte Färbemethode in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Koloskopie leisten kann.

Literaturabgabe:  Gut 2011; 60 (4) : 485-490 Titel: pancolonic chromoendoscopy with indigo carmine versus standard colonscopy for detection of neoplastic lesions: a randomised two-centre trial.

Pohl J., Schneider A., Vogell H., Mayer G., Kaiser G., Ell C.

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