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Korbachs Klinik feiert Jubiläum

Freitag 20. Mai 2011 19:01 Uhr
Von: Jörg Kleine, Waldeckische Landeszeitung

100 Jahre Stadtkrankenhaus Korbach (1): 29. Mai Tag der offenen Tür im modernen Gesundheitszentrum

Bildunterschrift siehe Textende

Am 29. Mai feiert das Korbacher Krankenhaus ein großes Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen. Zum Tag der offenen Tür präsentiert sich die Klinik als hochmodernes, umfassendes Gesundheitszentrum, das über die Region hinausstrahlt.

 

Von Jörg Kleine

 

Korbach. Innere Medizin und Chirurgie als Flaggschiffe, dazu Gynäkologie und Geburtshilfe - das sind die Eckpfeiler eines Krankenhauses für die medizinische Versorgung. Historisch legte die Stadt Korbach das Fundament dafür vor 100 Jahren, als damals ein kleiner Neubau an der Enser Straße entstand. Seither entwickelte sich die Klinik kontinuierlich fort. 2008 erlebte das Stadtkrankenhaus mit einem 30 Millionen Euro schweren Anbau den Sprung in eine neue Dimension - ob Medizintechnik, Operationsräume oder Pflegestationen. Sprung in die Zukunft Dabei sichert die Klinik nicht nur die "Daseinsvorsorge" der Bewohner, wie es im Amtsdeutsch heißt. Neubau und "Alleinstellungsmerkmale" führen Patienten auch aus Westfalen, dem Raum Kassel bis Göttingen nach Korbach, schildert Dr. Arved-Winfried Schneider, Chefarzt der Inneren Abteilung. Das Spektrum reicht von Wirbelsäulen-Chirurgie bis zur Behandlung bei Magen- und Darmerkrankungen nach neuestem Stand der Medizin. Als zweite kommunale Klinik in ganz Hessen begann Korbach vor fünf Jahren etwa mit der sogenannten "Doppelballon-Enteroskopie" - und versorgt mit dieser Dünndarm-Diagnostik in ganz Nordhessen die meisten Fälle. Experten in Krebsheilkunde (Onkologie), Herzkatheter-Labor und 24-Stunden-Bereitschaft für Herzinfarkt-Patienten, Belegabteilung für HNO sind weitere Pluspunkte. Hinzu kam als wichtiger Baustein im Neubau die Fachabteilung für Altersheilkunde (Geriatrie). Denn mit dem demografischen Wandel wächst stetig die Zahl an älteren Patienten, die gezielte Behandlung und Therapie benötigen. Abteilung für Urologie Jüngstes "Kind" im Stadtkrankenhaus ist seit Sommer 2010 die Belegabteilung für Urologie, wo Dr. Marc Ohlemann und Heiko Velte ärztlich Regie führen. Lasertechnik, Endoskopie oder Ultraschall ("Stoßwellenlithotripsie" bei Nierensteinen) bieten moderne und schonende Therapien. Die medizinische Bandbreite reicht von Harnwegs- und Prostata-Behandlung bis zur Sterilisation und Krebstherapie. Mit ihrer eigenständigen Urologie-Praxis am Krankenhaus ergänzen sich Fachärzte und Klinik zugleich - auf dem Weg zum umfassenden Versorgungszentrum: Krankenhaus und niedergelassene Ärzte arbeiten Hand in Hand. Klinik plus Praxen Die Strategie dahinter gleicht dem Modell einer Poliklinik. Damit wird die Leistung über den Kern des Krankenhauses hinaus am gleichen Standort deutlich erweitert. Patienten sollen von kurzen Wegen und Rundum-Versorgung profitieren, Klinik und Praxen wiederum bei Therapie und Finanzen. So haben sich seit Ende der 90er-Jahre zahlreiche Fachärzte am Krankenhaus angesiedelt. Auftakt war in den 90er-Jahren die Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin. Es folgten Kardiologe (Herz, Kreislauf), Urologie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Neurologie, Chirurgie und zuletzt eine Privatpraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie. Aus der historischen Armen-Heilstätte vor 100 Jahren hat sich in Korbach also ein leistungsstarkes Gesundheitszentrum entwickelt, das am 29. Mai stolz ein Jubiläum feiern möchte.

 

Hintergrund

Seit 1911

 

Die ersten Wurzeln des Korbacher Krankenhauses reichen über 140 Jahre zurück. 1911 entstand auf dem Zimmerplatz an der heutigen Enser Straße ein erster Neubau, der am 20. Februar 1911 mit damals 35 Betten eröffnet wurde. Am Krankenhaus hatten sich der waldeckische Fürst, "Behörden, Vereine und ein ansehnliches Publikum" versammelt, wie die Waldeckische Landeszeitung damals berichtete. Im gesamten Jahr 1911 behandelte das Krankenhaus 223 Patienten. 100 Jahre später verzeichnet das moderne medizinische Zentrum für "Akut- und Regelversorgung" jährlich etwa 9000 stationäre Patienten, dazu über 15 000 ambulante Behandlungen.(jk)

 

Bildunterschrift 1: Moderne Medizintechnik: Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider bei einer endoskopischen Untersuchung. Foto: Krankenhaus

 

Bildunterschrift 2: Sprechstunde in der Urologie: Dr. Marc Ohlemann. Foto: Kleine

 

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