Urologie in Klinik eröffnet
Donnerstag 22. Juli 2010 13:24 Uhr
Von: Andreas Hermann (Waldeckische Allgemeine HNA)
Land genehmigt Stadtkrankenhaus Korbach neue Fachabbteilung mit acht Belegbetten
Korbach. Das Stadtkrankenhaus Korbach erhält eine neue Fachabteilung: Das Land Hessen hat der Klinik die Einrichtung einer urologischen Abteilung mit acht Belegbetten genehmigt. Damit können ab August in der neuen Urologie nicht nur Patienten stationär aufgenommen werden. Vielmehr können die vier Fachärzte der angegliederten Gemeinschaftspraxis nun auch urologische Operationen anbieten.
Das Ja des Landes zur Eröffnung der Urologie-Abteilung sei von großer Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung, betonte am Mittwoch der Ärztliche Direktor, Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider. Nur noch in Einzelfällen müsse das Krankenhaus künftig Patienten an Spezialkliniken verweisen. Alle anderen Operationen bei Erkrankungen von Blase, Niere und Prostata - und zwar vom Stein bis zum Tumor - werden jetzt in Korbach vorgenommen, betonten die Fachärzte Dr. Marc Ohlemann und Heiko Velte.
Lang gehegter Wunsch
Beide betreiben zusammen mit Dr. Alexander Otto und Dr. Dirk Gumbel die im Jahr 2007 eröffnete Gemeinschaftspraxis für Urologie im Stadtkrankenhaus. Seither hegen die Ärzte sowie die Klinikleitung und die Kreisstadt als Klinik-Betreiber den Wunsch, eine „echte“ urologische Abteilung eröffnen zu dürfen.
„Das Leistungsspektrum des Hauses wird um eine bedeutende Fachdisziplin ergänzt“, freute sich Bürgermeister Klaus Friedrich. Patienten der Region, die eine urologische Operation benötigen, müssten künftig nicht mehr an Warburg, Kassel oder Bad Wildungen verwiesen werden. Somit trage dieser Bescheid des Landes zur wirtschaftlichen Sicherung des Korbacher Stadtkrankenhauses bei, meinte Friedrich.
Von der ersten Untersuchung über die Operation bis zur Nachsorge der Urologie-Patienten bleibe jetzt alles in einer Hand, betonten die Mediziner. Chefarzt Schneider bezeichnete die vier Urologen als „ schlagkräftige Truppe“. Jeder habe bereits langjährige OP-Erfahrung in anderen Häusern gesammelt.
Großer Bedarf
Ohlemann und Velte schätzten den Bedarf an stationärer Behandlung und an chirurgischen Eingriffen als sehr groß ein. Sie gehen von 600 Operationen im ersten Jahr aus. Die OP-Ausstattung wird den niedergelassenen Ärzten von der Hessenklinik zur Verfügung gestellt.
Als Urologie-Patienten konnten bislang nur Versicherte der BKK der Partner (ehemals Conti-Betriebskrankenkasse) stationär in der Korbacher Hessenklinik aufgenommen werden. Möglich macht dies seit November 2007 der Kooperationsvertrag über die so genannte Integrierte Versorgung Urologie (wir berichteten).
Bildunterschrift:
Freuen sich über den Bescheid des Landes: (von links) Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider, die Urologen Dr. Marc Ohlemann und Heiko Velte mit dem Patienten Giovanni Cullota, Bürgermeister Klaus Friedrich und die stellvertretende Klinik-Geschäftsführerin Marlies Reinhardt. Foto: Hermann

