World-Café bringt Klinik-Mitarbeitende aus Frankenberg und Korbach zusammen
Die Fusion der Kliniken in Korbach und Frankenberg zum gemeinsamen Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF) unter der Führung des Landkreises ist beschlossene Sache. Um sie zu einer erfolgreichen Mission zu machen, ist es fundamental, alle Mitarbeitenden mitzunehmen, ihre Ideen, Wünsche und auch Bedenken zu kennen. Das Projektteam F.I.T. lud daher alle Mitarbeitenden aus beiden Standorten zum World-Café in die Orketalhalle ein.
Projekt F.I.T. – Gemeinsam statt einsam
Die Fusion der Kliniken wird durch ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Europäische Union unterstützt. Diese Förderung wurde auf Initiative der Betriebsräte beantragt. F.I.T. steht für Fusion, Integration, Transformation – Gemeinsam stark: Mensch-Krankenhaus-Zukunft und ist Teil des ESF-Plus-Programms Wandel der Arbeit – sozialpartnerschaftlich gestalten. Die Projektleitung liegt bei der Business Academy Marburg GmbH, die ihre Expertise in Transformationsprozessen einbringt. Hierzu sind in beiden Häusern Projektlotsen eingesetzt worden, die als Ansprechpartner und Koordinatoren dienen. Ziel des Projektes ist es, die Mitarbeitenden, die Arbeitsprozesse und die gelebte Arbeitsplatzkultur beider Kliniken zusammenzubringen.
„Für die Fusion gibt es eine Menge behördlicher und organisatorischer Vorgaben zu erfüllen. Damit die Fusion aber zu einem langfristigen Erfolg wird, braucht es wesentlich mehr. Alter Wettbewerbsgeist zwischen den Häusern wird aufgelöst. Die Mitarbeitenden beginnen, sich als Gesamt-Team zu begreifen, ihre besten Ideen auszutauschen und kollegial miteinander zu arbeiten“, vertieft Geschäftsführerin Anne Bülling. „Die World-Cafés waren dafür ein perfekter Auftakt.“ Sassan Pur, Geschäftsführer der Korbacher Klinik ergänzt: „Eine Fusion ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Dieser persönliche Austausch in den World Cafés ist für uns ein erster wichtiger Schritt für das Zusammenwachsen beider Kliniken zum gemeinsamen KWF (Klinikum Waldeck-Frankenberg). Wir freuen uns, dass so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Angebot angenommen und mit uns ins Gespräch gekommen sind.“
Impulse vom Experten
Den fachlichen Einstieg lieferte Patrick Merke (frankfurter akademie für neue arbeitskultur). Sein Credo: Vertrauen und ein offener Dialog sind die Basis jeder Fusion. Er plädierte für eine Führungskultur, in der Verantwortung übernommen und Fehler als Lernchance begriffen werden. Sein Appell an die Belegschaft: „Definiert gemeinsam eure neue Kultur.“
Diskussion und Ideenschmiede
Den weiteren Nachmittag nutzten die Mitarbeitenden, um an verschiedenen Thementischen miteinander ins Gespräch zu kommen. An einem Tisch fragten die Projektlotsen direkt nach „Best Practise“-Beispielen zur Patientenversorgung, die es wert sind, für beide Häuser übernommen zu werden. Ein sehr spannendes Thema lautete Visionen 2035. Die Teilnehmer wagten einen Blick in die Glaskugel und beschrieben, wie die Arbeit und Patientenversorgung am Klinikum Waldeck-Frankenberg wohl in 10 Jahren aussehen könnte. An einer Station stellten sich die Geschäftsführungen und der Fusionsmanager Gerd Brückmann den Fragen der Mitarbeitenden zu den weiteren Plänen und Meilensteinen im Fusionsprozess. Es gab auch eine Wünschebox für Themen, die die Entwicklung des Klinikums oder speziell des eigenen Arbeitsbereiches betreffen.
Fazit: Die Gemeinsamkeiten überwiegen
Die Resonanz bei Projekt-Team und Teilnehmern war durchweg positiv. Die Mitarbeitenden waren dankbar für den regen Austausch und ihre ganz persönliche Chance, ihre Ideen, Wünsche und auch Sorgen zu Gehör zu bringen oder niederzuschreiben. Schnell wurde klar: Ob Korbach oder Frankenberg – die Mitarbeitenden bewegen die gleichen Fragen und Sorgen. Dieser Austausch war ein entscheidender Schritt für das Zusammenwachsen. Das F.I.T.-Projektteam wertet die Ergebnisse nun aus, um sie in konkrete Maßnahmen für den weiteren Fusionsprozess zu überführen.
Das F.I.T. – Projektteam freute sich sehr über die zahlreichen Teilnehmer an den drei Veranstaltungstagen und die anregenden Diskussionen. Es erfolgt nun die Auswertung der vielen dokumentierten Beiträge, um diese in konkrete Projekte und Vorschläge für den weiteren Fusionsprozess umzusetzen.
Details und Hintergrundinfos: Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. Deutschland erhält in der ESF-Förderperiode 2021-2027 rund 6,56 Mrd. Euro. Davon fließen rund 2,22 Mrd. Euro in das ESF Plus- Bundesprogramm und rund 4,34 Mrd. Euro in die ESF-Aktivitäten der Bundesländer. Weitere Informationen zum ESF finden Sie unter: www.esf.de
