Was passiert, wenn es in einem Krankenhaus brennt? Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr gelten dabei ganz andere Bedingungen als bei einem gewöhnlichen Gebäudebrand. Patientinnen und Patienten können häufig nicht selbstständig flüchten, medizinische Geräte müssen berücksichtigt werden und auf Intensivstationen ist eine Evakuierung besonders anspruchsvoll. Genau deshalb setzt das Klinikum Waldeck-Frankenberg auf Vorsorge – und auf eine enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr.
Bei einer gemeinsamen Begehung am Standort Korbach mit den Einsatzkräften der Korbacher Feuerwehr wurden jetzt vier medizinische Bereiche des Klinikums unter die Lupe genommen. Ziel war es, den Einsatzkräften die örtlichen Gegebenheiten und die besonderen Anforderungen der einzelnen Bereiche direkt vor Ort zu erläutern.
Vorgestellt wurden die Bereiche von den jeweils verantwortlichen Leitungen: Christina Böhmeke (Leitung Zentrale Notaufnahme) erläuterte die Besonderheiten der ZNA. Sabine Vogel (Leitung Röntgen) stellte den radiologischen Bereich vor. Dr. Stefan Herrmann (Radiologischen Praxis) gab Einblicke in die dortigen Abläufe und räumlichen Besonderheiten. Stefan Stollburges (Pädagogische Leitung ITS und Anästhesie) zeigte den Einsatzkräften die besonderen Anforderungen auf der Intensivstation und im Bereich der Anästhesie.
Nicht erst reagieren, wenn es brennt
„Brandschutz beginnt lange vor dem eigentlichen Einsatz“, lautet die zentrale Botschaft der gemeinsamen Begehung. Denn gerade im Krankenhaus kann ein Brand schnell zu einer besonderen Herausforderung werden. Menschen, die auf medizinische Unterstützung angewiesen sind, können nicht einfach selbstständig das Gebäude verlassen. Gleichzeitig müssen medizinische Versorgung und lebenswichtige Geräte möglichst lange aufrechterhalten werden.
Für die Feuerwehr ist es deshalb entscheidend, die räumlichen Gegebenheiten, Zugänge und Besonderheiten der medizinischen Bereiche bereits vor einem möglichen Einsatz zu kennen. Für das Klinikum wiederum ist der direkte Austausch mit den Einsatzkräften ein wichtiger Bestandteil der eigenen Sicherheitsstrategie.
Die gemeinsame Begehung macht deutlich: „Der Brandschutz wird am Standort Korbach nicht dem Zufall überlassen.“ Regelmäßige Abstimmungen, die Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten und das gemeinsame Durchsprechen möglicher Einsatzsituationen schaffen wichtige Voraussetzungen dafür, im Ernstfall schnell und koordiniert handeln zu können.
„Wir wollen vorbereitet sein, bevor etwas passiert“, so die Zielsetzung des Klinikums. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ist dabei ein wichtiger Baustein. Denn wenn es tatsächlich einmal brennt, bleibt keine Zeit, sich erst mit den Besonderheiten eines Krankenhauses vertraut zu machen. „Dann muss jeder Handgriff sitzen.“
Bildunterzeile:
Foto 1: Einsatzkräfte der Korbacher Feuerwehr mit den Beteiligten des KWF vorm Klinikum
