Wenn der Darm sagt: Hilfe, ich brauche Hilfe

KWF informiert über Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Das Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF) lädt am Standort Korbach zu einer informativen Patientenveranstaltung rund um Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) ein. CED bezeichnet eine Gruppe von entzündlichen Erkrankungen des Verdauungstrakts, zu denen vor allem die Crohn-Krankheit und Colitis ulcerosa gehören. Die Vortragsveranstaltungen mit vier Experten findet am 22. September um 18.00 Uhr im Vortragsraum des 3. Obergeschosses (Neubau) der Korbacher Klinik statt.

„Die Ursachen bei CED sind komplex und basieren auf Autoimmun- bzw. Autoentzündungsprozessen, die durch eine Wechselwirkung von genetischen Faktoren, Umweltbedingungen und dem Darmmikrobiom entstehen“, erläutert Dr. Frank Reinhardt, Chefarzt Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin. In der Regel ist die Erkrankung chronisch und verläuft schubweise. Ziel unseres Infoabends ist es, Betroffenen und Angehörigen aktuelle Informationen zu Diagnostik, Behandlung und Lebensqualität bei CED zu vermitteln.“ In seinem Vortrag „Diagnostik und Verlaufskontrollen bei Chronisch entzündlicher Darmerkrankung“ vermittelt Dr. Reinhardt einen Überblick. „Moderne Therapien ermöglichen eine individuellere Unterdrückung der Entzündung und helfen, Schübe zu minimieren und langfristige Schäden zu verhindern“, so der erfahrene Gastroenterologe.

Dr. Arved-Winfried Schneider, Ärztlicher Direktor des Klinikums, betont: „Eine frühzeitige und präzise Diagnostik bildet die Grundlage für eine zielgerichtete Behandlung und damit für eine bessere Lebensqualität unserer Patienten.“ Während der Veranstaltung gibt er ein Update über die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten.

Leonids Zahodniks, Leitender Oberarzt der Gastroenterologie/Allgemeinen Inneren Medizin, ergänzt zudem: „Ernährung und Begleiterkrankungen spielen eine bedeutende Rolle. Individuelle Ernährungsberatung kann Symptome lindern und so das Wohlbefinden stärken.“

Bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist eine Operation nicht die erste Behandlungsoption. Treten jedoch Komomplikationen wie etwa Fisteln, Abszeße, Darmverengungen oder schwere Krankheitsauswirkungen aus, werden operative Eingriffe in Erwägung gezogen. Welche Rolle Operationen bei CED einnehmen erfahren Interessenten durch Dr. Arkadiy Radzikhovskiy, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie: „Operative Eingriffe können bei bestimmten Verläufen Entlastung bringen. Für welche Patienten dies eine Option darstellt besprechen wir individuell anhand des jeweiligen Krankheitsbildes. Bei Morbus Crohn etwa kann eine Operation oft nicht heilen, sie kann aber Beschwerden lindern und Komplikationen verhindern; bei Colitis ulcerosa besteht in ausgewählten Fällen diese Möglichkeit durchaus.“

Die Veranstaltung findet am Standort Korbach des Klinikums Waldeck-Frankenberg statt und richtet sich an Patienten, Angehörige und Interessenten. Sie ist kostenkos und eine Anmeldung nicht erforderlich. Alle Experten stehen vor Ort für Fragen und Gespräche bereit.

Nach oben scrollen