05631 569-0

Dienstag, 14. Januar 2020

Behandlung von Leistenbrüchen

Erster Vortragsabend in der Klinik im neuen Jahr

Autor: Tanja Jostes, Stadtkrankenhaus Korbach

Christian Mumme, leitender Oberarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, informiert am 21. Januar zu Leistenbrüchen. (Foto: Stadtkrankenhaus Korbach)

Um die moderne Therapie von Leisten- beziehungsweise Bauchwandbrüchen geht es beim ersten Vortragsabend des Jahres 2020 im Korbacher Stadtkrankenhaus. Der Informationsabend steht unter dem Motto „Mit Netz und doppeltem Boden“.

Der Leistenbruch ist eine der häufigsten Erkrankungen, bei der eine Operation angeraten wird. Mehr als 25 Prozent der Männer und 3 Prozent aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran. Dabei ist der Leistenbruch kein Bruch im herkömmlichen Sinn. „Beim Leistenbruch, auch Leistenhernie genannt, handelt es sich um einen Eingeweidebruch im Bereich der Leiste“, informiert Christian Mumme, leitender Oberarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Stadtkrankenhaus Korbach. „Kommt es in der äußeren Hülle der Muskeln, Sehnen oder des Bindegewebes zu Schwachstellen, entstehen Lücken, die sogenannten Brüche (Hernien).“

Leistenbrüche können nicht nur beim Sport und großen Anstrengungen auftreten, sondern auch beim Husten, beim Tragen oder beim Toilettengang. Beim Patienten machen sich Symptome wie Schwellungen in der Leiste, belastungsabhängige Schmerzen, die bis in den Oberschenkel, Hoden oder Unterbauch reichen, oder auch Verdauungsbeschwerden bemerkbar. „In der Regel können Leistenbrüche heute minimal invasiv versorgt werden“, so Mumme.

Mithilfe dieses Schlüssellochverfahrens, bei dem kleine Zugänge einen großen Hautschnitt ersetzen, führen die Chirurgen bei einem Leistenbruch von innen ein Kunststoffnetz an der Bruchstelle ein. Darum herum bildet sich Narbengewebe, das das Netz festhält. Bei minimal invasiven Verfahren wird weniger Gewebe zerstört als bei herkömmlichen Operationen. „Die Patienten haben nach der Operation weniger Schmerzen und können sich bald schon wieder bewegen und nach etwa einer Woche ihr Bein voll belasten.

Früher dauerte dies nach herkömmlichen OPs fünf bis sechs Wochen“, erläutert Mumme. Der erfahrene Chirurg weiß, dass viele Patienten lange warten, bis sie mit Schmerzen in der Leiste zum Arzt gehen. „Wird der Leistenbruch nicht rechtzeitig versorgt und vergrößert sich weiter, können Bauchorgane wie beispielsweise der Darm eingeklemmt werden. Das führt zu großen Schmerzen und kann sogar lebensgefährlich werden.“ In diesem Fall müsse eine Not-Operation durchgeführt werden.

Der Oberarzt informiert in seinem Vortrag über die Ursachen von und Beschwerden bei Leisten-, Narben- und Nabelbrüchen, welche Behandlungsmethoden es gibt und wann eine Operation sinnvoll ist. Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Stadtkrankenhaus Korbach ist kürzlich für den Verschluss von Leistenbrüchen mit dem begehrten Gütesiegel der drei AOK-Bäumchen ausgezeichnet worden (Opens external link in new windowzum Artikel hier klicken). Die Krankenkasse bescheinigt der Korbacher Klinik in der Auszeichnung eine „überdurchschnittlich gute Behandlungsqualität.“

Die Veranstaltung beginnt am 21. Januar um 19 Uhr im Vortragsraum (3. Obergeschoss) der Klinik. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.