Besondere Ärzteausbildung

Stadtkrankenhaus setzt auf qualifizierte Ärzteausbildung

Berufsstarter erhalten eine besondere Einarbeitung

Qualität spielt im Stadtkrankenhaus Korbach eine große Rolle, dies belegen zahlreiche Zertifizierungen in unterschiedlichen Bereichen. Insbesondere die Behandlungsqualität nimmt für die Verantwortlichen der Klinik eine besondere Rolle ein. Zu diesem Zweck setzt die Klinik verstärkt auf gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den jeweiligen Fachbereichen. Für die spezielle Betreuung und unterstützende Einarbeitung neuer Assistenzärzte hat das Stadtkrankenhaus eine neue Struktur etabliert.

Qualitätsmanagement sei vor dem Hintergrund stetiger Veränderungen im Gesundheitswesen und dem Anspruch einer optimalen Patientenbehandlung und -zufriedenheit unverzichtbar, so die Klinik. Wie in jedem Beruf beginnen Berufsanfänger auch die ärztliche Laufbahn mit einem unterschiedlichen Wissensstand. Das Stadtkrankenhaus Korbach setzt dabei verstärkt auf gesonderte Schulungen ihrer Assistenzärzte. An zwei Tagen die Woche ist allein für diesen Zweck Dr. Michael Rost, Oberarzt am Stadtkrankenhaus, mit der Einarbeitung und Schulung ärztlicher Berufsanfänger in der Klinik betraut. Er wurde eigens für diese Aufgabe eingestellt. „Natürlich sind alle Chefärzte in die Einarbeitung der Assistenzärzte involviert“, erläutert Dr. Arved-Winfried Schneider, Ärztlicher Direktor im Stadtkrankenhaus. „Wichtig ist es uns aber darüber hinaus auch Sachverhalte individuell vertiefen zu können, die in der Routine vielleicht im Ablauf zu kurz kommen würden. Wir freuen uns daher, dass wir mit Dr. Michael Rost für die Betreuung neuer Assistenzärzte einen erfahrenen Kollegen für diese wichtige Aufgabe gewinnen konnten.“

Dr. Rost holt die neuen KollegInnen an ihrem jeweiligen Erfahrungs- und Bildungsstand ab. „Wenn wir „blutige“ Anfänger haben, werden sie mir von einem der Chefärzte zugewiesen und ich ermittle zuerst den jeweiligen Hilfsbedarf, der durchaus unterschiedlich ist“, erläutert Dr. Rost. Dazu macht sich der erfahrene Mediziner ein Bild über die Kenntnisse in den Basisfähigkeiten wie beispielsweise Patientenuntersuchung, EKG-Interpretation, Röntgen oder Medikamentenkunde. Sollten Lücken bestehen, können diese im Einzelunterricht geschlossen werden. Zudem werden passende Fachbücher empfohlen, die studiert werden müssen oder bei der täglichen Arbeit unerlässlich sind. „Ich vergebe auch Hausaufgaben“, so Dr. Rost. „Beispielsweise bekommen die jungen KollegInnen EKG-Kopien, die sie auswerten und wir dann gemeinsam besprechen.“ Im weiteren Verlauf der Einarbeitung

werden einzelne Patienten exemplarisch durchgesprochen und dabei das bisher Besprochene angewendet. „Das alles kann nur eine Anleitung zur Selbstentwicklung sein, eine Vermittlung von Begeisterung für die Medizin. Vor allem versuche ich zum einen, die Entwicklung eines kritischen Blicks anzustoßen, sozusagen den „Detektivinstinkt“, zum anderen auch ethische Aspekte einzubringen, die Kommunikation mit den Patienten und den Angehörigen und den Aspekt der Patientenautonomie. Da dies meine Aufgabe ist, und da ich keine anderen Pflichten habe, kann ich mir dabei einfach die Zeit nehmen, die wir brauchen.“

Im weiteren Verlauf verkürzen sich die Einzelbesprechungen und die Assistenzärzte bekommen einzelne Patienten zur Betreuung. „Diese Patienten besuchen wir dann gemeinsam und besprechen den weiteren Verlauf“, so Dr. Rost. Ein wichtiger Ausbildungsbereich ist zudem die Einführung in die medizinische Untersuchungstechnik. So führt Dr. Rost beispielsweise Ultraschalluntersuchungen als Lehr-Untersuchungen durch: „Wir schallen die Patienten anfangs gemeinsam, später untersuchen Lernende alleine und ich kontrolliere mit ihnen zusammen nach. Auch dabei gehe ich dann immer wieder auf Befunde ein, die zwar nicht vorhanden sind, aber vorkommen könnten. Diese Untersuchungen finden im Rahmen der regulären Diagnostik statt. Es sind also komplett realistische Bedingungen: wir haben unauffällige Untersuchungen genauso wie überraschende krankhafte Befunde, auch manchmal schwierige Untersuchungsbedingungen, was einen wesentlichen Unterschied zu den üblichen Ultraschallkursen darstellt.“ Die dritte Säule der qualifizierten Assistenzarzt-Ausbildung bilden Seminarvorträge zu unterschiedlichen medizinischen Themen.

 

Bildunterzeile:
v.l. Dr. Arved-Winfried Schneider (Ärztlicher Direktor) und Dr. Michael Rost (Oberarzt) ist die qualifizierte Aus- und Weiterbildung im Stadtkrankenhaus Herzenssache.

(Foto: Stadtkrankenhaus Korbach)