Neuer Schockraum am Standort Korbach

Notfallversorgung im Klinikum Waldeck-Frankenberg ist Herzensanliegen

Für die optimale Notfallversorgung in akuten und lebensbedrohlichen Situationen wurde im Korbacher Krankenhaus einer neuer, hochmoderner Schockraum in Betrieb genommen. Mit dem speziell ausgestatteten Raum setzt das Klinikum Waldeck Frankenberg (KWF) einen weiteren Schritt in Richtung exzellenter medizinischer Versorgung und modernster Infrastruktur in der Region. Aktuell fusionieren das Stadtkrankenhaus Korbach sowie das Kreiskrankenhaus Frankenberg zum gemeinsamen KWF.

In den vergangenen zwei Jahren ist die Patientenzahl im Korbacher Krankenhaus im Bereich der Zentralen Notaufnahme (ZNA) kontinuierlich angestiegen. Ein entscheidender Grund sei die Schließung des OPs bzw. der ZNA in Bad Arolsen. Allein aus der Gemeinde Bad Arolsen habe sich die Anzahl ambulanter Notfälle im Zeitraum 2023 bis 2025 fast verdreifacht und stationäre Notaufnahmen verdoppelt, so Klinikgeschäftsführer Sassan Pur. „Wir haben rechtzeitig damit begonnen, unserer Personalressourcen in den Bereichen OP, Intensivstation und ZNA aufzustocken, so dass wir die jetzigen Patientenströme in Korbach abfangen können.“

Medizinische Ersteinschätzung
Dass es dennoch vor allem im ambulanten Bereich der ZNA zu langen Wartezeiten kommen könne, hänge mit der Problematik der richtigen Anlaufstelle zusammen. An Feiertagen und Wochenenden verzeichne die ZNA einen deutlichen Anstieg an Patienten mit leichten Beschwerden. Viele dieser Fälle könnten jedoch problemlos von den Hausärzten oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD, Telefon: 116 117) behandelt werden. Dr. Rudolf Alexi, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, betont deshalb die Bedeutung einer richtigen Ersteinschätzung: „Unsere ZNA ist für Menschen da, die sich in einer akuten, potenziell lebensbedrohlichen Situation befinden. Wir wenden daher ein Triage-System an, das medizinische Notfälle nach ihrer Dringlichkeit bewertet: schwere und potenziell lebensbedrohliche Fälle werden immer zuerst behandelt – unabhängig davon, wie lange andere Patienten bereits warten.“

Schockraum für lebensrettende Maßnahmen
Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen werden in einem Schockraum versorgt. Diese speziell eingerichteten Behandlungsräume dienen einer schnellen und koordinierten Versorgung. Dazu gehören vor allem Patienten, die an schweren Verletzungen oder akuten Erkrankungen leiden, die eine sofortige medizinische Intervention erfordern, wie zum Beispiel schwere Verkehrsunfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Kreislaufschocks. Der neue Schockraum am Standort Korbach ist mit modernster medizinischer Technik ausgestattet, darunter Beatmungsgeräte, Monitore zur Überwachung der Vitalfunktionen, Notfallmedikamente und alle nötigen Geräte, um eine schnelle Diagnose und Therapie zu ermöglichen. Was einen Schockraum besonders auszeichnet, ist die Möglichkeit, dass ein interdisziplinäres Team aus Notfallmedizinern, Chirurgen, Anästhesisten und Pflegekräften gleichzeitig und effizient am Patienten zusammenarbeitet. Die sofortige und spezialisierte Versorgung in einem solchen Raum kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Da hier alle erforderlichen medizinischen Geräte und Fachkräfte unmittelbar zur Verfügung stehen, können potenziell lebensrettende Maßnahmen sofort eingeleitet werden. Besonders in Notfällen, in denen jede Sekunde zählt, ermöglicht der Schockraum eine schnellere Diagnose und eine unmittelbar darauffolgende, zielgerichtete Behandlung.

Moderne Raumgestaltung erzeugt beruhigende Atmosphäre
Der neue Schockraum bietet nicht nur eine ausgezeichnete medizinische Ausstattung, sondern auch eine durchdachte Gestaltung, die auf das Wohlbefinden der Patienten abzielt. So wurde bewusst auf eine beruhigende Atmosphäre geachtet. „Die Decke des Schockraums ist mit einem beruhigenden Bildmotiv versehen, das den Patienten visuell ablenkt und zur Entspannung beiträgt“, erläutert Sabine Vogel, Leiterin der Röntgenabteilung. „Gerade im Schockraum, wo bis zu 14 Hände gleichzeitig Hilfe leisten, kann die Situation auf Patienten sehr bedrohlich wirken und das Bildmotiv an der Decke einen beruhigenden Anlaufpunkt bieten.“ Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Musik im Raum abzuspielen, um die Atmosphäre für die Patienten angenehmer zu gestalten und eine beruhigende Wirkung zu erzielen. „Musik kann in stressigen Momenten eine erhebliche Rolle dabei spielen, Ängste zu lindern und die Wahrnehmung der Situation zu mildern“, so Vogel.

Moderne Ausstattung für schnelle Diagnostik und effiziente Abläufe
Die Ausstattung des Schockraums ist auf eine schnelle und präzise Diagnostik ausgelegt. Neben dem Röntgengerät bietet der Raum eine Vielzahl moderner medizinischer Geräte, die eine sofortige Diagnose und Therapie ermöglichen. Die Arbeitsabläufe wurden so optimiert, dass Ärzte, Pflegepersonal und Funktionspersonal effizient zusammenarbeiten können. Der Schockraum ist großzügig dimensioniert, sodass alle Beteiligten ausreichend Platz haben, um ihre Aufgaben in stressigen Notfällen ohne Einschränkungen auszuführen.

„Der neue Schockraum ist ein weiterer entscheidender Schritt, für die Optimierung unserer Notfallversorgung in der Region“, erklärt Dr. Alexi. „In akuten Notfällen, in denen es um das Leben unserer Patienten geht, zählt jede Sekunde. Mit der neuen Ausstattung können wir schneller handeln, präziser diagnostizieren und gezielt therapieren. Unser Ziel ist es, unseren Patienten in kritischen Momenten die bestmögliche Chance auf eine schnelle Genesung zu bieten.“

„Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachbereichen im Schockraum ist besonders wichtig“, erläutert auch Dr. Peter Korscmár. „Unsere Ärzte, Pflegekräfte und Spezialisten arbeiten hier Hand in Hand, um in der ersten Stunde nach dem Notfall eine effektive Behandlung einzuleiten. Diese schnelle Reaktionszeit kann oft den entscheidenden Unterschied machen.“

 

Bildunterzeile
Krankenhaus Korbach: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Schockraum ist im Notfall entscheidend. Jeder Mitarbeiter erfüllt seine Aufgabe am Patienten.

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