Neues Ethikkomitee

Klinisches Ethikkomitee am Stadtkrankenhaus neuformiert

Im medizinischen Alltag jeder Klinik stellen sich immer wieder auch ethische Fragen: Was kann und darf die moderne Medizin? Darf Medizin alles, was möglich ist, auch durchsetzen? Welche Folgen sind zu bedenken? Nicht selten geht es dabei sogar um Leben oder Tod. Um in schwierigen Situationen Entscheidungen nicht Ärztinnen und Ärzten alleine zu überlassen, gibt es im Stadtkrankenhaus Korbach das Klinische Ethikkomitee.

„Mit Themen wie Krankheit, Tod und Sterben möchte sich eigentlich niemand gerne auseinander setzen“, weiß Dr. Schlee, Vorsitzender des Ethikkomitees im Stadtkrankenhaus Korbach. „Für Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Seelsorger und Mitarbeiter des Sozialen Dienstes gehört dies aber zum Alltag. Hier kann das Klinische Ethikkomitee wertvolle Unterstützung leisten.“ Das berufsübergreifende und interdisziplinär besetzte Gremium besteht aus Mitgliedern unterschiedlicher Berufsgruppen des Krankenhauses und hat sich turnusmäßig neuformiert. Zum Klinischen Ethikkomitee im Stadtkrankenhaus Korbach gehören:

  • Steffen Schlee (Vorsitzender), Chefarzt Geriatrie Frankenberg
  • Andreas Nerowski, Pflegedirektor
  • Dekanin Eva Brinke Kriebel
  • Petra Weber, Intensivstation
  • Pastor Dr. J.-P. Capito
  • Walter Meier, Patientenfürsprecher
  • Karl Heinz Kahlhöfer-Köchling, Richter Vorsitzender Amtsgericht
  • Michael Tübben, Chefarzt Anästhesie
  • Arved-Winfried Schneider, Ärztlicher Direktor
  • Brigitte Saure, Leitung Palliativeinheit
  • Mareike Richter, stellv. Pflegedirektorin
  • Ribana Klabunde, Einrichtungsleitung Haus am Nordwall

An das Klinische Ethikkomitee können sich nicht nur Patienten, sondern auch Angehörige und Klinik-Mitarbeiter wenden. Dabei greift das Gremium eine Vielzahl von Problemen im Krankenhausalltag auf. So zählt dazu beispielsweise auch die Klärung was sich der Patient wünscht (Patientenverfügung, mutmaßlicher Wille). Und natürlich was sich daraus für das weitere Vorgehen (künstliche Ernährung, Beatmung und künstliches Koma, sowie andere lebensverlängernde Maßnahmen) ergibt und ob diese Maßnahmen ethisch gerechtfertigt und von allen Beteiligten (Angehörige und Patient, Ärzte und Pflegepersonal) mitzutragen sind. Zu erreichen ist das Komitee via E‑Mail unter ethikkomitee@krankenhaus-korbach.de oder über das Pflegepersonal der jeweiligen Stationen. Das klinische Ethikkomitee tritt regelmäßig zusammen und erarbeitet Leitlinien für typische wiederkehrende Situationen im Krankenhausalltag. „Wir haben uns zur Aufgabe gesetzt, die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen in allen Bereichen des Klinikums zu fördern“, so Dr. Schlee.  Daher sei es ausdrücklich erwünscht, dass Bedenken geäußert und in einer großen Runde thematisiert werden. Für einzuberufende „Fallgespräche“ bittet das Komitee die den betroffenen Patienten betreuenden Personen hinzu. Gemeinsam mit Mitgliedern des Komitees wird so versucht ein für alle akzeptables Votum zu formulieren, welches dann für Patient und Angehörige, aber auch für Ärzte und Pflegepersonal hilfreich bei weiteren Entscheidungen sein kann.

 

Bildunterzeile:

Dr. Steffen Schlee, der als Chefarzt Geriatrie für das Stadtkrankenhaus die geriatrische Außenstelle im Kreiskrankenhaus Frankenberg leitet, ist der neue Vorsitzende des Klinischen Ethikkomitees.

(Foto: Stadtkrankenhaus Korbach)

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