Stadtkrankenhaus informiert über ärztliche Patientenanlaufstellen
„Bitte nutzen Sie an Feiertagen den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn keine akute Lebensgefahr besteht.“
An Feiertagen und Wochenenden verzeichnet die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Stadtkrankenhaus Korbach einen deutlichen Anstieg an Patienten mit leichten Beschwerden. Viele dieser Fälle könnten jedoch problemlos von den Hausärzten oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) behandelt werden. Dr. Rudolf Alexi, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, betont deshalb die Bedeutung einer richtigen Ersteinschätzung: „Unsere ZNA ist für Menschen da, die sich in einer akuten, potenziell lebensbedrohlichen Situation befinden. Wenn wir durch nicht dringliche Anliegen überlastet werden, verzögert das die Versorgung derjenigen, die wirklich schnelle Hilfe brauchen“, erklärt Dr. Alexi.
Wann sollte man die ZNA im Krankenhaus aufsuchen?
Die Notaufnahme ist der richtige Ort bei akuten oder lebensbedrohlichen Beschwerden, wie zum Beispiel:
- Starke Brustschmerzen, insbesondere mit Druck- oder Engegefühl im Brustkorb
- Schwere Atemnot, angestrengte Atmung
- Unfälle mit erheblicher Verletzung (z.B. tiefe Wunden, Knochenbrüche, starke Blutungen)
- Vergiftungen, Blutungen ohne Verletzung
- Plötzliche Lähmungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, veränderter Bewusstseinszustand, Krampfanfall
- Schwere Kreislaufstörungen, z.B. Herzrasen und Schwindel, auch als allergische Reaktion
„Wer solche Symptome hat, sollte keine Zeit verlieren und sofort den Notruf 112 wählen oder direkt in die ZNA kommen“, betont Dr. Alexi.
Wann sollte man den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) kontaktieren?
Erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen sollte immer zuerst der Hausarzt sein. Außerhalb der Praxisöffnungszeiten und bei nicht lebensbedrohlichen, aber dringend behandlungsbedürftigen Beschwerden steht der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweit gültigen Telefonnummer 116 117 zur Verfügung – rund um die Uhr, auch an Feiertagen.
Dazu gehören unter anderem:
- Leichte bis mäßige Schmerzen, z. B. Ohrenschmerzen oder Rückenschmerzen
- Fieber, das nicht extrem hoch ist oder sich langsam entwickelt
- Infekte, z. B. Erkältung, Magen-Darm-Beschwerden oder Harnwegsinfekte
- Verschlimmerung bekannter chronischer Erkrankungen, soweit kein Notfall
- Rezept- oder Medikamentenfragen, sofern keine akute Gefahr besteht
„Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist hervorragend organisiert und kann viele Beschwerden ggf. sogar per Hausbesuch versorgen“, so Dr. Alexi. Alternativ können Patienten den ÄBD in Korbach in der Dr.-Hartwig-Straße 13a samstags, sonntags sowie an Feier- und Brückentagen in der Zeit von 11.00 – 15.00 Uhr direkt aufsuchen.
Appell an die Bürgerinnen und Bürger
Dr. Alexi bittet darum, an Feiertagen besonders verantwortungsvoll zu handeln: „Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie am besten zuerst den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) an. Sie erhalten dort eine medizinische Einschätzung und werden gegebenenfalls an die richtige Stelle weitergeleitet. So helfen Sie mit, dass echte Notfälle schnell die nötige Hilfe bekommen.“
Warum es in der ZNA zu langen Wartezeiten kommen kann
In der ZNA des Stadtkrankenhaus Korbach gilt: Leben retten hat Vorrang. Eine Prämisse, die für die Leitungen Christina Böhmeke und Nicole Pairan sowie ihr Team selbstverständlich ist, und doch nicht von jedem Patienten verstanden wird. „Patienten, die wohlmöglich um ihr Leben kämpfen, werden vorrangig behandelt. Mit einem umgeknickten Fuß kann die Wartezeit schon mal länger sein“, erläutern die beiden erfahrenen Fachkräfte. „Dies führt leider immer öfter zu Unverständnis und Unmut bei den Wartenden.“ Christina Böhmeke erläutert, dass in der ZNA ein Triage-System angewendet wird, das medizinische Notfälle nach ihrer Dringlichkeit bewertet. „Das bedeutet: Schwere und potenziell lebensbedrohliche Fälle werden immer zuerst behandelt – unabhängig davon, wie lange andere Patienten bereits warten.“ Für Menschen mit leichten Beschwerden kann dies zu deutlichen Wartezeiten führen, insbesondere an Feiertagen oder Wochenenden, wenn die Notaufnahme stark frequentiert ist. „Wir verstehen, dass Warten belastend sein kann, aber unsere Aufgabe ist es, Leben zu schützen. Und das bedeutet, dass Patienten mit akuten, schweren Symptomen absolute Priorität haben“, ergänzt Nicole Pairan. Sie appellieren deshalb an die Bevölkerung, bei nicht dringlichen Beschwerden den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 116 117) zu kontaktieren: „So können unnötige Wartezeiten vermieden und unsere Notaufnahme entlastet werden.“
Bildunterzeile:
Foto1: Dr. Rudolf Alexi, Chefarzt Zentrale Notaufnahme
Foto2: (v.l.): Christina Böhmeke und Nicole Pairan, Leitungen ZNA
(Foto: Stadtkrankenhaus Korbach)
