Notfälle gut versorgt

Neue Bettenstation in der Notaufnahme und spezielle Weiterbildungen bei Ärzten und Pflegekräften

Notfallversorgung im Stadtkrankenhaus auf hohem Level

Gerade in der Corona-Pandemie hat sich die Bedeutung einer Klinik mit zentralisierter Notaufnahme gezeigt. Im Stadtkrankenhaus Korbach wurden die Weichen dafür frühzeitig gestellt: Als einzige Klinik der Region wurde sie vom hessischen Ministerium für Soziales und Integration für die erweiterte Notfallversorgung (Stufe 2) eingestuft. Aus diesem Grund wurde eine Aufnahmestation in die Notaufnahme integriert. Die Einheit bietet sechs zusätzliche Patientenbetten und schließt somit die Lücke zwischen ambulanter und stationärer Behandlung. Im Verlauf der letzten 12 Monate wurden weitere vier Fachärzte über eine Weiterbildung zu Spezialisten in der Notfallversorgung ausgebildet.

„Für unsere Patienten bringt die neue Bettenstation direkt in der Interdisziplinären Zentralen Notaufnahme (kurz: ZNA) den Vorteil einer umfassenden Behandlungsmöglichkeit durch die breiten Fachkompetenzen der beteiligten Fachärzte. Daraus resultieren wesentlich kürzere Klinikaufenthalte“, erläutert Dr. Rudolf Alexi, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. „Patienten verbleiben auf der ZNA üblicherweise bis zu 24 Stunden. In diesem Zeitfenster prüfen wir bei unklaren Krankheitsbildern, ob eine weitere stationäre Behandlung erforderlich ist oder leiten direkt eine entsprechende Therapie ein. Häufig können Patienten die Klinik am nächsten Morgen bereits wieder verlassen.“ Jährlich versorgt die Korbacher ZNA zirka 17.000 ambulante und 13.000 stationäre Patienten, davon kommen allein 6.000 über den Rettungsdienst. „Die Einstufung als Krankenhaus der erweiterten Notfallversorgung setzt das hervorragende Zusammenspiel aller Abteilungen voraus“, erläutert Dr. Arved-Winfried Schneider, Ärztlicher Direktor in der Korbacher Klinik. „Unsere Patienten können sich darauf verlassen, dass sie bei Notfällen bestens im Stadtkrankenhaus Korbach versorgt werden.“ Voraussetzungen seien dafür unter anderem eine Notfallversorgung rund um die Uhr (24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche), eine erste medizinische Einschätzung innerhalb von zehn Minuten nach Ankunft der Patienten, mindestens zehn Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit und eine Beobachtungsstation mit mindestens sechs Betten sowie ein Hubschrauberlandeplatz. Zudem sind zum Beispiel jederzeit endoskopische Untersuchungen des Magen-Darm-Trakts und die Behandlung von Herzinfarkten in der Korbacher Klinik möglich.

Wie wichtig den Akteuren im Stadtkrankenhaus das Thema Notfallversorgung ist zeigt auch die hohe Bereitschaft für spezielle Weiterbildungen. „Das gilt für Pflegekräfte und für Ärzte gleichermaßen“, berichtet Nicole Pairan, stellvertretende Leitung der ZNA-Pflege. So führen akuell bereits acht Pflegekräfte der ZNA die Zusatzqualifikation „Notfallpflege“. „Herr Dr. Alexi verfügt als erster Arzt im Landkreis Waldeck-Frankenberg über eine spezielle Weiterbildungsbefugnis in der Notfallmedizin, sodass bislang fünf Fachärzte die Zusatzqualifikation „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ erwerben konnten“, so Geschäftsführer Sassan Pur. Diese beinhaltet eine 24-monatige Weiterbildung innerhalb einer Interdisziplinären Zentralen Notaufnahme. „Aufgrund dessen haben wir im Stadtkrankenhaus gerade für die Notfälle mittlerweile eine breit aufgestellte Fachärzteschaft (Innere Medizin, Gastroenterologie, Kardiologie, Unfallchirurgie und Anästhesie), die für unser Haus und speziell in der ZNA tätig sind. Damit stechen wir gegenüber anderen Kliniken deutlich hervor und darauf kann unser Haus auch stolz sein“, freut sich Dr. Alexi.

 

Alle Fachärzte der ZNA verfügen über die Zusatzqualifikation „Klinische Akut- und Notfallmedizin“: (v.l.) Nicole Pairan (stv. Leitung Pflege ZNA), Talal Talli (Oberarzt Orthopäde und Unfallchirurgie), Dr. Arved-Winfried Schneider (Ärztlicher Direktor), Alexander Gabitov (Oberarzt Kardiologie), Sassan Pur (Geschäftsführer),  Dr. Rudolf Alexi (Chefarzt ZNA), Dr. Bernhard Brosig (Oberarzt Gastroenterologie) und Svetlana Soboleva (Oberärztin ZNA)
(Foto: Stadtkrankenhaus Korbach)

 

* Alle Bezeichnungen richten sich an alle Geschlechter