Neue Strukturen ZNA

Dr. Rudolf Alexi ist neuer Chefarzt

Das Stadtkrankenhaus Korbach stärkt die Versorgung der Notfallpatienten in der Region, indem es die Zentrale Notaufnahme (kurz: ZNA) als gesonderten Bereich des Krankenhauses definiert hat. Für die Leitung konnte die Klinik einen renommierten Chefarzt verpflichten. „Als einer der ersten Ärzte der Region verfügt Herr Dr. Rudolf Alexi bereits über die notwendige Zusatzqualifikation „Klinische Akut- und Notfallmedizin. Wir freuen uns daher sehr, dass wir mit Herrn Dr. Alexi als Chefarzt einen erfahrenden Notfallmediziner für unsere neue ZNA gewinnen konnten.“, so Klinikchef Sassan Pur. Damit nehme das Stadtkrankenhaus frühzeitig eine der neuen gesetzlichen Hürden in der Notfallversorgung. In Hessen sei die ärztliche Weiterqualifizierung seit 2019 verfügbar. Bundesweit müsse dies mit einer Übergangszeit von fünf Jahren in allen Kliniken umgesetzt werden, die an einer qualifizierten Notfallversorgung teilnehmen.

Dr. Rudolf Alexi war bis vor zehn Jahren bereits als Oberarzt in der Anästhesie- und Intensivabteilung im Stadtkrankenhaus Korbach tätig und zuletzt Chefarzt für Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin am Krankenhaus in Bad Arolsen. Dr. Alexi freit sich an seine „alte“ Wirkungsstätte zurück zu kehren und neue Projekte begleiten zu können: „Eine wesentliche Neuerung in der ZNA ist die gemeinsame Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachdisziplinen unter einheitlicher Leitung. Dies fördert die ganzheitliche Betrachtungsweise bei unseren Patienten. Ein weiteres Ziel ist, es jetzt zeitnah Assistenzärzte und weitere Fachärzte in dem Bereich fortzubilden.“, erläutert Dr. Alexi. „Bei den hohen Fortbildungsanforderungen werden u.a. umfassende Kenntnisse im Bereich der Notfall- und Intensivmedizin vorausgesetzt sowie mehrjährige Erfahrungen in der Behandlung von Notfallpatienten. Hessenweit haben bis September diesen Jahres erst 65 Ärzte die neue Qualifikation erlangt.“ Seine Tätigkeit als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes für den Landkreis Waldeck-Frankenberg wird der Facharzt für Anästhesie und Notfallmedizin übrigens weiterhin wahrnehmen.

Jährlich versorgt die Korbacher ZNA zirka 17.000 ambulante und 12.400 stationäre Patienten, davon kommen allein 5.000 über den Rettungsdienst. Seit 2019 erfolgt dies mittels der so genannten Triage: Patienten werden für die Behandlungsreihenfolge anhand der medizinischen Dringlichkeit der Notfälle eingestuft. Dafür erfolgt eine Ersteinschätzung der Patienten anhand international anerkannter Richtlinien durch speziell geschultes Fachpersonal. „Je nach Schwere des Krankheitsbildes wird die Behandlung sofort eingeleitet oder der Patient zunächst in eine der Wartezonen gebeten.“, erläutert Christina Böhmeke, Leiterin der Zentralen Aufnahme. Acht Pflegekräfte haben in der Korbacher Klinik bereits die entsprechende Qualifikation erlangt und sind somit befähigt die Behandlungsdringlichkeit in Akutsituationen selbständig einzuschätzen. Trotz neuem Leitsystem werde es auch weiterhin Wartezeiten geben, weiß Dr. Arved-Winfried Schneider, Ärztliche Direktor im Stadtkrankenhaus Korbach. „Insbesondere an den Wochenenden, wenn viele Patienten zeitgleich die ZNA ansteuern, lassen sich Wartezeiten natürlich nicht vermeiden. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass es für unsere Patienten beruhigender ist, wenn Sie wissen, dass sich eine Fachkraft bereits mit ihren Beschwerden auseinandersetzt und die wirklich dringenden Fälle auch unverzüglich versorgt werden.“

Aus Sicht der Korbacher Klinik seien die geforderten Strukturmaßnahmen dabei sicherlich ein richtiger Schritt. „Die optimale Patientenversorgung stehen im Stadtkrankenhaus und der gesamten Region immer im Fokus. Dazu zählt natürlich auch die Teilnahme an der Notfallversorgung.“, so Geschäftsführer Pur. „Problematisch ist wie jedoch so oft, dass die zu erzielenden Einnahmen in der Notfallversorgung nicht die Umsetzung der durch den g-BA Beschluss entstehenden Strukturkosten decken werden.“ Gerade kleine und mittelgroße Häuser in meist ländlichen Regionen stelle dies vor große finanzielle Herausforderungen.