Polytrauma ist ernst

Stadtkrankenhaus setzt auf gemeinsame Schulung mit Rettungssanitätern und Notärzten

Polytrauma ist lebensbedrohlich

Der Anteil an Patienten, die als Notfall mit dem Rettungswagen in die Klinik kommen, ist im Stadtkrankenhaus um knapp 20 Prozent gestiegen. Diese rund 6.500 Notfälle beinhalten auch schwerstverletzte Patienten, die besondere personelle, apparative und räumliche Ressourcen benötigen. Aufgrund der deutlich zugenommen Notfallversorgung im Stadtkrankenhaus fand in der Klinik erstmals eine sektorenübergreifende Fortbildungsveranstaltung für Rettungssanitäter und Notfallärzte des Landkreises sowie dem medizinischen Fachpersonal des Krankenhauses selbst statt. „Unser Ziel ist die flächendeckende und optimierte Versorgung schwerstverletzter Patienten in der Region“, erläutert Initiator Dr. Peter Korcsmár, Oberarzt Unfallchirurgie und Orthopädie im Stadtkrankenhaus. Gemeinsam mit den Chefärzten Dr. Arne Fittje (Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie), Dr. Rudolf Alexi (Zentrale Notaufnahme) und Dr. Michael Tübben (Anästhesie und Intensivmedizin) hat er die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung erstmals ins Leben gerufen. Neben Fachvorträgen und praktischen Übungen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit sich den Schockraum der Klinik anzusehen. „Ich freue mich, dass die Veranstaltung auf so großes Interesse gestoßen ist“, so Dr. Korcsmár.

Ist ein Patient schwerst verletzt wird bereits vom Notarztwagen aus das Trauma-Team im Stadtkrankenhaus über Art und Schwere der Verletzungen informiert. Das spezielle Trauma-Team vereint Mediziner aus den Bereichen Unfallchirurgie, Neurochirurgie und Anästhesie sowie bei Bedarf weiteren Fachärzten und pflegerischem Fachpersonal. Es ist rund um die Uhr einsatzbereit und nimmt den Schwerstverletzten zur schnellen Weiterbehandlung in Empfang. „Wir sprechen hier vom so genannten Polytrauma“, erläutert Dr. Arne Fittje, Chefarzt Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie. „Ein Polytrauma wird charakterisiert durch mehrere Verletzungen verschiedener Körperregionen. Mindestens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen sind dabei lebensbedrohlich.“ So kommt es zu einem Polytrauma mit Lungenquetschungen, Verletzungen der inneren Organe, offenen Knochenbrüchen, Wirbelsäulenfrakturen, Einblutungen und Quetschungen des Rückenmarks, Schädelbrüchen oder Hirnblutungen beispielsweise nach Arbeits- oder Verkehrsunfällen.

Die bundesweite Bildung von Traumnetzwerken geht auf die Qualitätsinitiative der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (kurz: DGU) zurück und soll die Überlebenschancen besonders schwer verletzter Patienten verbessern. Das Stadtkrankenhaus Korbach ist zertifiziert als regionales Traumazentrum im Traumanetzwerk Göttingen-Kassel. „Nur eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Traumazentrum, Rettungsdienst und Notärzten kann sicherstellen, dass Patienten nach zielgerichteten Maßnahmen am Unfallort in ein geeignetes Traumazentrum gebracht werden und eine nahtlose Übergabe und Weiterbehandlung im angegliederten Schockraum erfolgt“, ist Dr. Rudolf Alexi, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, überzeugt. „Wir haben in den letzten Jahren erheblich in die Infrastruktur der Zentralen Notaufnahme und damit in die Notfallversorgung im Landkreis investiert“, so Geschäftsführer Sassan Pur. Gerade in der Corona-Pandemie habe sich die Bedeutung einer Klinik mit zentralisierter Notaufnahme gezeigt. Im Stadtkrankenhaus Korbach wurden die Weichen dafür frühzeitig gestellt: Als einzige Klinik der Region wurde sie vom hessischen Ministerium für Soziales und Integration für die erweiterte Notfallversorgung (Stufe 2) eingestuft.

 

Bildunterzeile:
Auf Initiative von Dr. Peter Korcsmár, Oberarzt Unfallchirurgie und Orthopädie im Stadtkrankenhaus Korbach, fand die erste sektorenübergreifende Weiterbildung zum Thema Polytrauma im Landkreis statt
(Foto: Stadtkrankenhaus Korbach)

 

* Alle Bezeichnungen richten sich an alle Geschlechter

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